Dienstag, 25. September 2018

Streicheln geht immer

Nach dem Offlinemonat August bin ich nun schon eine paar Tage wieder voll dabei. Online. Die Pause tat gut, der Kopf wurde klarer und ist voller neuer Ideen. Gerade dachte ich, dass ich mich am liebsten klonen würde: eine Jo fürs Schreiben und eine Uta für Haus und Garten. Erst recht, wenn am Wochenende die Schwiegereltern kommen ... Aber das ist eine andere Geschichte. Für Euch habe ich heute ein Drabble* mitgebracht:

Streicheln geht immer

Mittagessen im Freiraum. Urgemütlich. Häkeldeckchen, echte Blumen, kleine, feine Tageskarte. Gäste reden miteinander, egal, ob sie sich kennen oder nicht. Am Nachbartisch drei ältere Damen, hübsch zurechtgemacht mit Halsschmuck und frisiertem Haar. Meine Hündin liegt neben meinem Stuhl auf dem Boden. Eine junge Frau kommt herein und fragt, ob sie den Hund streicheln darf. Auf meine Zustimmung hin beginnt sie ein liebevoll kraulendes Verwöhnprogramm. Die Hündin genießt es. Ich bedanke mich bei der Frau mit den Worten: „Ja, Streicheln geht immer. Beim Hund und bei den Katzen auch.“ Ruft eine der drei Damen vom Nebentisch: „... und bei den Frauen!“ 




*Drabble = genau 100 Worte + Überschrift

Samstag, 4. August 2018

Alle Jahre wieder ...

Wie schon in den vergangenen Jahren, starte ich auch 2018 wieder in meinen Offline-Monat. Etwas später als am 1. August - ich war einfach nicht online, um diesen Blogbeitrag zu schreiben. Es ist gefühlt seit vier Monaten Sommer, unser Leben spielt sich größtenteils draußen ab, da fällt der Verzicht auf Facebook, Xing, google+, Twitter, Instagram & Co leicht. Gartenschlauch statt WLAN, denn unsere Pflanzen wollen bei der Hitze täglich gegossen werden. Mit Freunden zum Grillen treffen, statt chatten. Eisgekühlte Cocktails schmecken auch, ohne dass ich ein Foto davon auf Instagram oder Facebook poste. Urlaubsfotos werden im September nachgeliefert. Wer mich erreichen möchte: Die Firma mit den kleinen gelben Autos oder die mit den magentafarbenen Mützen machen es möglich. Genießt den Sommer! 



Dienstag, 10. April 2018

Helden (Drabble* des Tages)

Geschrei vor dem Haus am Morgen. Wie von kleinen Kindern. Katergeschrei. Unser Frodo und der Nachbarskater stehen sich auf der Straße gegenüber. Beide schreien sich an, peitschen mit den Schwänzen die kühle Morgenluft. Sonst keine Bewegung. Selbst die Blicke scheinen am Gegner festgefroren zu sein. Wer wird zuerst auf den Anderen losgehen? Wer wegrennen? Wer hinterher? Minuten dehnen sich. Die Dorfhunde begleiten das Katergeschrei mit Gebell. Dramatik pur morgens um Sieben. Plötzlich eine Bewegung. Frodo dreht sich um, ist mit einem Sprung auf dem Zaun des Nachbarn. Sein Gegner, als hätte er nur darauf gewartet, rast in entgegengesetzter Richtung davon.
*Drabble = genau 100 Worte + Überschrift

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Umgekehrter Adventskalender

Hier das versprochene Foto meines umgekehrten Adventskalenders. Wie Ihr seht, füllt er sich langsam. Das Gefühl ist mindestens so gut, wie beim normalen Adventskalender, aus dem ich sonst etwas nehmen durfte, statt etwas hineinzutun. Am Morgen stehe ich voller Vorfreude auf und schaue, was dieses Mal mit in die Kiste darf. Okay, ich gebe zu, ich habe beim letzten Einkauf bewusst auch an diese Kiste gedacht und manche Dinge in weiser Voraussicht eingekauft. 😉 Am Ende zählt doch, dass die Kiste voll ist und anderen Menschen hilft. 🎁




Mittwoch, 6. Dezember 2017

Wie sieht Eure Weihnachtspost aus?

Zu Weihnachten hat die Post mehr zu tun, als zu jeder anderen Zeit im Jahr. Fast jeder versendet Weihnachtsgrüße. Mich interessiert, welcher Weihnachtspost-Typ Ihr seid und worüber Ihr Euch besonders freut oder auch nicht. 
Mir fallen spontan 7 Kategorien ein:

1. Die Pflichterlediger - »Herzliche Weihnachtsgrüße senden Euch die vier  Mustermanns.« Dieses Sprüchlein wird brav auf genau so viele bunte Karten geschrieben, wie es Menschen gibt, denen man sich verpflichtet fühlt, zu schreiben. Mehr nicht. Reicht doch, oder? Den Rest des Jahres über hat man sich ja auch nichts zu schreiben. 

2. Die Optimierer - Wenn schon schreiben, dann so rationell wie möglich. Ein mit dem Computer geschriebener und x-fach ausgedruckter Rundbrief berichtet über alles, was im letzten Jahr Wichtiges passiert ist. Von Juniors Seepferdchen bis zu Tante Marthas dreiwöchigem Besuch. Kommt besonders gut an, wenn man ihn mit Fotos von eigenen Errungenschaften, wie dem neuen Auto, einem Urlaub in New York oder wenigstens dem glänzenden Weber-Gartengrill krönt. Wichtig: Bitte nie weniger als drei eng beschriebene Seiten! Der Empfänger soll beim Lesen ruhig ein schlechtes Gewissen bekommen, dass Du Dir extra für ihn so viel Arbeit gemacht hast. 

3. Die Versprecher - Hier werden nicht nur Weihnachtsgrüße versendet, sondern diese mit einem Versprechen fürs neue Jahr verknüpft. »Aber 2018 besuchen wir Euch endlich mal.« Oder »Nächstes Jahr lass mal zusammen Picknick machen.« Heb Dir solche Karten gut auf. Am besten legst Du sie zu denen vom letzten, vorletzten und vorvorletzten Jahr, deren Versprechen ebenfalls noch auf Erfüllung warten. 

4. Die Aufmerksamen - Diese Menschen haben einen Blick für die kleinen Dinge. Sie schreiben Dir eine Weihnachtskarte mit einem kleinen Hund vorne drauf, der fast so aussieht, wie Deiner. Oder mit einem bärtigen Weihnachtsmann, der verblüffende Ähnlichkeit mit Deinem Mann hat. Vielleicht ist die Karte sogar selbstgebastelt? Dazu kommen entweder ein paar liebe Zeilen über gemeinsame Erlebnisse »Weißt Du noch, im Sommer ... ?« oder eine Beschreibung dessen, was man an Weihnachten vorhat, immer verbunden mit lieben Wünschen für Dich und Deine Familie. 

5. Die Erbsenzähler - Die Weihnachtskarten liegen schon seit Mitte November bereit, denn da waren sie günstig im Angebot. Für jede Weihnachtskarte, die ins Haus trudelt, wird eine an den jeweiligen Absender zurückgeschrieben. Wer nichts schickt, kriegt auch nichts. Und wenn eine Karte erst am 24.12. beim Erbsenzähler ankommt? Dann wird trotzdem noch geschrieben und oben rechts in der Ecke der Karte deutlich sichtbar das Datum »Musterstadt, den 21.12.« hingesetzt. Soll der Empfänger doch auf die Schneckenpost schimpfen. Der Erbsenzähler hat alles richtig gemacht und niemanden vergessen, der Weihnachtsgrüße verdient hat.  

6. Die Auf-den-letzten-Drücker-Schreiber - Sie denken: Waaaas?! Heute ist schon der 24. Dezember? Und ich habe noch keine Weihnachtskarte geschrieben? Na ja, ein SMS oder What’sApp tuts auch. Am besten dekoriert mit so einem lustigen Video. Wundere Dich nicht, wenn Du manches Video mehrfach gesendet bekommst. Es gibt einfach zu viele Menschen, die nie Zeit haben und in diese Kategorie fallen. 

7. Die Seltenen - Sie schreiben keine Weihnachtskarten, sondern -Briefe. Auf schönem Briefpapier und mit der Hand. Erzählen Dir, was sie bewegt, gehen auf Dein Leben ein, berühren Dein Herz. Das kann nicht jeder. Solche Briefe sind selten geworden. Wenn Du einen erhältst, darfst Du Dich glücklich schätzen. 

Ich möchte Niemandem zu nahe treten, der sich in der einen oder anderen Kategorie oder in einer Mischform wiedererkannt hat. Aber vielleicht gilt ja auch bei den Weihnachtsgrüßen: Weniger ist mehr. Weg von der selbst auferlegten Pflicht, ALLEN schreiben zu müssen. Stattdessen ein paar wenige Grüße an Menschen senden, die uns wirklich am Herzen liegen. Das fällt schwer, ich weiß. 
Nun bin ich ganz gespannt auf Eure Meinungen und Erfahrungen. 


Freitag, 24. November 2017

Mein Adventskalender 2017

Heute bin ich auf Facebook über dieses Foto gestolpert: 
            ©SpiegelDich

Ich war spontan begeistert, denn ich hatte vorher schon überlegt, dass ein normaler Adventskalender für mich nicht passt - Naschen mag ich nicht, und andere Dinge brauch ich nicht. Überhaupt stört mich dieser Adventskalender-Wahn, der völlig am Thema vorbeigeht. Da gibt es Adventskalender mit teurem Spielzeug, Parfüm für -zig Euro, und selbst für Hund und Katz. Meine Meinung: tolle Idee, dem Konsumrausch etwas entgegenzusetzen. Geben statt Nehmen. Dann las ich Kommentare anderer, mir bisher durchaus sympathischer Menschen:
  • Es stünde nicht dabei, wo die Sachspenden hinsollten. Hallo? Ich kann selbst einen Telefonhörer in die Hand nehmen. Die Caritas hier vor Ort freut sich jetzt schon, und nicht nur zu Weihnachten, auf meine Sachspende. 
  • Der Threadersteller würde nur seine eigenen Seite pushen wollen und hätte deshalb ein Thema aufgegriffen, dass ihm viele Klicks beschert.  - Na und? Wer tolle Ideen hat, soll damit auch viele Menschen erreichen. 
  • Und überhaupt, vor Weihnachten würden alle um Geld betteln, allein deshalb würde man sich verweigern. - Ähm, hier bettelt niemand um Geld, es bleibt der Initiative jedes Einzelnen überlassen, wo er seine Sachspenden abgibt. z.B. würde sich auch ein Tierheim freuen ... Und jedem steht es frei, das ganze Jahr aktiv über zu unterstützen.
  • Von dem Geld kommt ja eh nur ein Bruchteil bei den Bedürftigen an. - Geld? Wir reden von Dosensuppe, Zahnpasta, Shampoo usw. Was alle Menschen zum Leben benötigen, aber nicht alle Menschen haben. 
  • Und anderswo (Rewe) wäre ja total ungesundes Zeug in den Spendentüten. Ja toll, dann kannst DU es hier besser machen. 
Ich verstehe echt nicht, warum immer dagegen argumentiert werden muss. Und dann noch so blöd und gar nicht zur Ausgangssituation passend. Was steckt dahinter? Das eigene Schuldbewusstsein, nicht selbst darauf gekommen zu sein? Die eigene Bequemlichkeit und daher Suche nach Ausreden, um bloß nicht aktiv zu werden? Wie soll die Welt denn besser werden, wenn wir immer nur erwarten, dass Andere etwas tun? 
Mein Adventskalender wird nächste Woche gebastelt - eine große, hübsche, leere Kiste, in die ich dann jeden Tag etwas hineinlegen werde. Ich freu mich drauf. Und werde Euch, mit Fotos, auf dem Laufenden halten. 

Dienstag, 1. August 2017

Sendepause

Liebe Leser, wie im letzten Jahr möchte ich den Monat August virtuell ruhiger angehen. Das heißt, dass ich mich ab heute für mindestens* 31 Tage aus Facebook, XING, Twitter & Co. verabschiede. Es gibt auch Leben außerhalb dieser Netzwerke und das möchte ich bewusst genießen. Die imaginäre Scheinwelt, bestehend aus Videos, Fotos, Postings und Kommentaren, gibt mir zwar das Gefühl, überall dabei zu sein, aber will ich das wirklich? Ist es für mich lebensnotwendig zu wissen, wie die Pizza aussah, die A gegessen, warum B ihren Freund verlassen oder dass C auf dem Klo die Idee für einen Bestseller hat? 


Niedliche Katzenfotos- und Videos zaubern mir kurzzeitig ein Lächeln ins Gesicht, sind aber genauso schnell wieder vergessen oder werden von Schockfotos zum Thema Massentierhaltung verdrängt. Meine eigenen Katzen schnurren, wenn ich sie in den Arm nehme und streichele. Sie wärmen mein Herz und wir tun uns gegenseitig gut mit unserer Liebe. 


Der heutige Tag wird in der Schweiz Bundesfeiertag genannt und beginnt in vielen Orten bereits am Vorabend mit Musik, Tanz und Feuerwerk. Am vergangenen Wochenende hatten wir zwar kein Feuerwerk, aber ebenfalls ein sehr schönes Fest, mit viel Sonne, lieben Menschen und sieben Hunden. Das sind Erlebnisse, die im Herzen bleiben. Oder das Baden in der Donau, der Duft der Hecke von Nachbars Garten, ein Spielabend mit lieben Freunden. 

Vielleicht werdet Ihr auch im August hier im Blog den einen oder anderen Beitrag von mir lesen können. Denn schreiben ist mir ein Bedürfnis, darauf freue ich mich. 

Genießt den Sommer und das Leben! 
Liebe Grüße
Eure Jo


*mindestens 31 heißt, dass mit die virtuelle Auszeit 2016 so gut gefiel, dass ich freiwillig bis Mitte September verlängerte. Lassen wir uns überraschen, wie es 2017 wird.