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Dienstag, 25. September 2018

Streicheln geht immer

Nach dem Offlinemonat August bin ich nun schon eine paar Tage wieder voll dabei. Online. Die Pause tat gut, der Kopf wurde klarer und ist voller neuer Ideen. Gerade dachte ich, dass ich mich am liebsten klonen würde: eine Jo fürs Schreiben und eine Uta für Haus und Garten. Erst recht, wenn am Wochenende die Schwiegereltern kommen ... Aber das ist eine andere Geschichte. Für Euch habe ich heute ein Drabble* mitgebracht:

Streicheln geht immer

Mittagessen im Freiraum. Urgemütlich. Häkeldeckchen, echte Blumen, kleine, feine Tageskarte. Gäste reden miteinander, egal, ob sie sich kennen oder nicht. Am Nachbartisch drei ältere Damen, hübsch zurechtgemacht mit Halsschmuck und frisiertem Haar. Meine Hündin liegt neben meinem Stuhl auf dem Boden. Eine junge Frau kommt herein und fragt, ob sie den Hund streicheln darf. Auf meine Zustimmung hin beginnt sie ein liebevoll kraulendes Verwöhnprogramm. Die Hündin genießt es. Ich bedanke mich bei der Frau mit den Worten: „Ja, Streicheln geht immer. Beim Hund und bei den Katzen auch.“ Ruft eine der drei Damen vom Nebentisch: „... und bei den Frauen!“ 




*Drabble = genau 100 Worte + Überschrift

Dienstag, 10. April 2018

Helden (Drabble* des Tages)

Geschrei vor dem Haus am Morgen. Wie von kleinen Kindern. Katergeschrei. Unser Frodo und der Nachbarskater stehen sich auf der Straße gegenüber. Beide schreien sich an, peitschen mit den Schwänzen die kühle Morgenluft. Sonst keine Bewegung. Selbst die Blicke scheinen am Gegner festgefroren zu sein. Wer wird zuerst auf den Anderen losgehen? Wer wegrennen? Wer hinterher? Minuten dehnen sich. Die Dorfhunde begleiten das Katergeschrei mit Gebell. Dramatik pur morgens um Sieben. Plötzlich eine Bewegung. Frodo dreht sich um, ist mit einem Sprung auf dem Zaun des Nachbarn. Sein Gegner, als hätte er nur darauf gewartet, rast in entgegengesetzter Richtung davon.
*Drabble = genau 100 Worte + Überschrift

Dienstag, 29. April 2014

Busfahrt (Drabble des Tages)

Reisen bildet. Ich ergänze: Schulbus fahren unterhält. Elf- bis zwölfjährige Jungs reden darüber, in welcher Reihenfolge wer wem sein gebrauchtes Handy verkauft, weil einer von ihnen ein nigelnagelneues bekommt. Preise zwischen 250 und 380 Euro werden genannt. Immerhin meint der Kleinste von allen, er müsse erst seine Mutter fragen. Puh ... Und ich dachte schon, die haben alle extrem viel Taschengeld.

Ein Mädchen, vielleicht zehn Jahre alt, erzählt mir, dass sie gern und viel liest. Dafür bekommt sie ein Lob von mir. Trotzdem sollte sie aber in Mathe besser aufpassen. Sie prahlt damit, jeden Tag zwanzig bis dreißig Stunden(!!!) zu lesen.

Montag, 21. April 2014

Ein Stern (Drabble des Tages)

Es ist passiert! Ich habe meine erste 1-Stern-Rezension für eines meiner Bücher bei Amazon bekommen! (Erklärung: 5 Sterne = sehr gut, 1 Stern = richtig schlecht) Bisher hatte das Buch ausschließlich 5-Sterne-Bewertungen. Der Rezensionstext ist so formuliert, dass ich eine(n) Autorenkollegin/en als Absender vermute. Was treibt jemanden dazu, so ein Urteil zu fällen? Unter der Überschrift: "Grauenhaft" ...? Mir fällt nur ein Spruch ein, den ich schon öfter gehört habe. So grinse ich still vor mich hin, fühle mich geehrt, anstatt mich zu ärgern und sage mir:

Mitleid bekommst du geschenkt, Neid musst du dir erarbeiten.
Danke!

--> "Grauenhaft"

Dienstag, 8. April 2014

Morgen (ein Drabble)

Ein neues Virus scheint umzugehen und Menschen in meiner Umgebung zu befallen. Aus scheinbarem Entgegenkommen mutiert es über Unverbindlichkeit bis hin zur völligen Vergessenheit. Ich nenne es das »Ich melde mich morgen«-Virus.

»Heute bin ich auf einer Party. Ich melde mich morgen.«
»Lass uns telefonieren. Ich ruf Dich morgen an.«
»Ja, wir sollten mal wieder was ausmachen. Ich melde mich morgen.«

Ehrlich, das stinkt mich an! Am liebsten würde ich all diesen Leuten, die sich dann doch nicht melden, sagen, was ich davon halte, so vertröstet und vergessen zu werden. Direkt ins Gesicht. Aber nicht heute. Lieber erst morgen.