Dienstag, 9. September 2014

Jo Jansen in der Schweiz

Ja, ich gebe es zu - ich bin schon ein bisschen stolz darauf! Seit heute erscheinen im Schweizer Onlinemagazin beautytipps.ch Texte von Jo Jansen! Seit Juni 2014 texte ich für Websites, fremde Blogs und Online-Shops und verdiene mir damit, neben der Schriftstellerei, meine Brötchen. Üblicherweise liefert der Autor die Texte ab und der Auftraggeber veröffentlicht sie unter seinem Namen, unter einem Fantasienamen oder ganz ohne einen Autor zu nennen. Natürlich schmeichelt es meiner Autorenehre, dass nun jeder sehen kann, welcher Text von mir ist. Es bedeutet aber auch, dass Kritik direkt bei mir ankommen und nicht anonym im Internet versickern wird. Die Rechtschreibung ist "schweizerisch", also stört  Euch bitte nicht am "ss" statt "ß". ;-) 




Wenn Euch der Beitrag gefällt, dürft Ihr ihm gern Sternchen schenken ;-) und Euch darauf freuen, dass dort noch mehr von mir erscheinen wird ... 

Donnerstag, 4. September 2014

Septemberblues

Der September ist für mich der traurigste Monat. Der Sommer wehrt sich, doch er muss gehen. Darüber können auch Sonnenschein, 25 Grad und Spaß im Freibad nicht hinwegtäuschen. Die Tage werden kürzer, die Abende dunkler und kühler. In der Luft liegt ein Hauch von Verwesung, die ersten Blätter fallen. Übrig bleibt die Aussicht auf Monate voller Kälte, Feuchtigkeit und grauer Farblosigkeit. Sicherlich, auch im Herbst oder Winter scheint manchmal die Sonne und Kuschelpullis und Wollmützen haben ihren eigenen Charme. 

Aber es gibt Wärme und Licht verheißende Hoffnung. Im Supermarktregal lächeln Lebkuchen und Glühweinflaschen mir zu und flüstern: »Alles wird gut ...«



Das ist mein Drabble des Tages zum Septemberanfang. Ihr wisst schon: exakt 100 Wörter plus Überschrift. In diesem "Sommer" ist der Text eher weniger aktuell, da wir das Septemberblues-Wetter ja schon seit Juli haben. Aber da hatten wir noch Hoffnung, der Sommer käme zurück ...



Montag, 25. August 2014

Die Eiskübel Herausforderung und das Alphabet

Seit einer Weile machen kleine Filmchen die Runde. Mehr oder weniger Prominente schütten sich einen Kübel Eiswasser über den Kopf und lassen sich dabei filmen. Dann nominieren sie, vorzugsweise über Facebook, drei weitere Kandidaten. Der Hintergrund des Klamauks ist ein ernster: Es geht ursprünglich darum, entweder 100 Dollar / 100 Euro an die ALS Association zu spenden oder sich den Kübel Eiswasser über den Kopf zu schütten. Oder beides. 

Allerdings bezweifle ich, dass ein Großteil, sowohl der Teilnehmer, erst recht aber der Filmchengucker, überhaupt weiß, was ALS bedeutet. Oder?


a) ALS = Amyotrophe Lateralsklerose
b) ALS = Aufmerksamkeits-Libido-Syndrom
c) ALS = Alle lieben Socialmedia

Ich tendiere ja gefühlsmäßig dazu, dass die Teilnehmer dieser Challenge an b) erkrankt sind. Ich weiß aber, dass a) korrekt ist. Mehr über diese seltene, tückische Erkrankung, unter der besonders häufig Fußballspieler leiden, erfahrt Ihr hier:
--> ALS (Wikipedia)

Was mich an der ganzen Geschichte stört, ist die Eigendynamik, die diese Challenge entwickelt. Von A- über B- und C-Promis sinkt der Berühmtheits-Status der Teilnehmer immer weiter, bis irgendwann Tante Erna als Z-Promi fragt: "Komm ich jetzt in' Fernseh'n?" Nun ist an sich nichts Schlechtes daran, wenn auch weniger oder gar nicht Prominente für eine gute Sache spenden oder einen Spaß mitmachen. 

Aber, frei nach dem Motto  "Wer nominiert wird, muss ein Promi sein", fühlt sich jeder berufene Kandidat "gebauchpinselt" oder "gebumsfidelt", wie meine Großmutter Liselotte gesagt hätte. Ich hörte tatsächlich schon enttäuschte Stimmchen rufen: "Wieso nominiert MICH denn keiner?!"

Also, liebe Leute, verschont mich bitte mit einer Nominierung. Ich spende, wann und wo ich will, unabhängig von solchen  Filmchen-Spielen. Bin weder Promi, weder schön, kann ungeicebucked spenden geh'n!



Der 24. August - ein ganz besonderer Tag

Der 24. August war ein besonderer Tag. Zum Einen feierte Regine, eine liebe Freundin seit Kindertagen, ihren fünfzigsten Geburtstag! Wir begegneten uns erstmals vor fast 40 Jahren im Kreis-Russisch-Klub! ;-) Wenig später war die Überraschung groß, als wir uns auf der katholischen Kinderwallfahrt wieder trafen. Seiden haben wir uns nicht mehr aus den Augen verloren. Besuchten uns gegenseitig in Laage, Güstrow, Potsdam und zelteten zusammen auf Usedom. Wir sahen, wie aus unseren kleinen Kindern große Kinder wurden und blieben Freundinnen über all die Jahre. So wurde aus einer zufälligen Begegnung etwas sehr Wertvolles. 

Vor 9 Jahren, am 24. August 2005, sagte mein Bauchgefühl mir, ich solle zuhause bleiben und nicht zu dem Vorstellungsgespräch nach Rostock fahren. Ich ignorierte das Gefühl. Wer lässt schon ein Vorstellungsgespräch sausen. Das tut man doch nicht! Es stellte sich dann heraus, dass ich den Job ganz sicher nicht haben wollte. ("Klinkenputzen" und seltsame Telefonverträge verkaufen.) Hätte ich doch auf mein Bauchgefühl gehört und wäre zuhause geblieben! Auf der Rückfahrt hatte ein ganzes Heer Schutzengel viel Mühe mit mir und lenkte eine Tischplatte (!!!), die auf der Autobahn lag, so um, dass mein Kopf dran blieb. Seitdem ist der 24. August für mich so etwas wie ein zweiter Geburtstag. 

Und jetzt, am 24. August 2014, traf ich Rudy, einen lieben Autorenkollegen. Auf der Rückfahrt von einer Recherche-Reise besuchte er auch Beuron und mich. Ich mache mir immer wieder bewusst, dass meine Schriftstellerei nur einem "Zusammentreffen von Glück, Zufall und Zielstrebigkeit" (Zitat Mr. J) zu verdanken ist. Und dass ich aus diesem Grunde nicht nur schreibe, sondern auch immer wieder wunderbaren Autorenkollegen und -Kolleginnen begegne. 

Wie reich ist doch unser Leben durch solche Zufälle. Ich bin glücklich und dankbar dafür. Und ich glaube, wir sollten jede zufällige Begegnung als Chance sehen, unser Leben zu bereichern. Einfach auf unser Bauchgefühl hören. Unabhängig davon, "was man tut" oder was allgemein üblich ist. 

Warum z.B. nicht einfach eine Familie aus Utah (Vater, Mutter und zwei Söhne, 8 und 11 Jahre alt), die zweieinhalb Monate quer durch Europa geradelt sind, 3.500 km in den Beinen haben und jede Nacht im Zelt verbrachten, spontan in unser Haus einladen? Dass wir dies nicht taten und uns so ein Abend voller abenteuerlicher Geschichten entging, werde ich ewig bereuen. DIE Chance ist vertan, leider. Aber beim nächsten Zufall werde ich mich daran erinnern ...



Sonntag, 10. August 2014

Flashmob? Nein Danke!

Liebe Freunde. Ich soll an einem bestimmten Tag ein bestimmtes Buch von einer mir völlig unbekannten Autorin kaufen. Und das Ganze dann auf FB teilen, andere auffordern, es mir nachzutun. Dafür schickt die Autorin mir garantiert eine Postkarte. WOW!!! Mach ich doch sofort! *Ironie-Modus aus* 

Warum sollte ich? Mit welchem der genannten Argumente will man mich zum Kauf bewegen? Klar, ich freue mich immer über Postkarten. Ich verschicke auch gern selbst welche, wie mancher von Euch weiß. Aber bitte verschont mich mit dieser modernen Version der "Kettenbriefe", die heutzutage Flashmobs heißen.
Was ich lesen möchte, entscheide ich immer noch selbst. Wann ich es kaufe, ebenso. Da braucht es kein Gewedel mit einer Postkarte von Herrn oder Frau XY. Wenn jemand glaubt, zu solchen Mittel greifen zu müssen, um sein Buch zu verkaufen, wäre er besser Versicherungsvertreter geworden. Dann könnte er sogar Feuerzeuge oder Kugelschreiber verschenken ...

Ich geh dann mal lesen. Aber ganz sicher niemals (!!!) das oben genannte Buch. Antiwerbung ist ja auch eine Art von Werbung.
Schönen Flashmob-freien Sonntag noch.
Eure Jo


Donnerstag, 24. Juli 2014

Zitat und Realität

"Vorsichtig hält sie mir das Kätzchen genau vor die Schnauze, jeden Moment bereit, es wieder zurückzuziehen. Das Kleine macht immer noch dieses ... Geräusch, und ich kann nicht anders, ich muss es einfach abschlecken. Hm ... es schmeckt so, wie es riecht, nämlich nach Katze, und doch ist da noch etwas anderes. Ein Geschmack, so ganz ungewohnt, irgendwie klein? 
Na also, es geht doch. 
Erleichterung ist in Jules Stimme, als sie mir sanft mit der rechten Hand über den Kopf streicht, während sie links immer noch das Kätzchen hält." (©Jo Jansen, "Der Leberwurstmörder")


Diese Szene aus "Der Leberwurstmörder" haben wir gestern live in unserem Haus nachgespielt. Setzt statt Jule meinen Namen ein, dann stimmt alles. Rika und Frodo sind sehr neugierig aufeinander. Zeitlich passt es auch perfekt - zog das Kätzchen doch wenige Tage vor Veröffentlichung der Taschenbuchausgabe von "Der Leberwurstmörder" bei uns ein. Wer wissen möchte, wie es mit Rika, den Katzen und dem Leberwurstmörder weitergeht, darf sich auf 208 Seiten Lesevergnügen freuen. 



Mittwoch, 16. Juli 2014

Schämt Euch doch!

Ach ja, die "Gaucho-Affaire" spaltet Deutschland. Die Einen zucken mit den Schultern, gönnen unseren Weltmeistern die Freude und das Herumgealbere. Nach all der Anstrengung haben sie es sich verdient, auch mal über die Stränge schlagen zu dürfen. Doch die FAZ hat es vorgemacht und alle selbsternannten Gutmenschen machen es nach: Laut Schämen.

--> Die FAZ schämt sich wegen eines Tanzes unserer Fußballweltmeister

Sicher, wir haben nicht alle den gleichen Humor. Das ist auch gut so. Aber lasst die Jungs sich doch freuen und ein (in Fußballstadien gängiges) Fan-Lied auf ihre Art und Weise tanzen. Interessant, dass Argentinier, die in Deutschland leben, in dieser Tanz-Darbietung ein Zeichen für wider Erwarten doch vorhandenen deutschen Humor sehen. Die FAZ dagegen unterstellt in einem Nebensatz Unsensibilität, weil in der Nähe historisch geprägter Stätten und Denkmäler überhaupt gefeiert wird. Und schämt sich laut.

Früher, als ich ein Kind war, wurde man zum Schämen in die Ecke gestellt. Wer heute lautstark in die Welt hinausschreit, wie sehr er sich wegen anderen Menschen schämt, wird meiner Meinung nach nicht von Schamgefühl getrieben. Sondern er möchte damit demonstrieren, wie schlecht doch die Anderen im Gegensatz zu ihm sind. Sein "ich schäme mich ja so für Euch" hat für mich die Kernaussage "Seht alle her, wie gut ich bin." 

Lasst doch jeden sein wie er ist! Seht nicht in jedem Kneipenfurz oder Stadionlied gleich eine politische Aussage. Und wenn Ihr Euch wirklich schämt, tut dies leise, in einer stillen Ecke. Irgendwo in der Nähe des Kellers, in den die verantwortlichen  FAZ-Redakteure wahrscheinlich zum Lachen gehen.